Windows, Linux, macOS - meine subjektive Meinung

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Gleich vorweg: Es gelingt mir einfach nicht, einen kurzen Artikel darüber zu schreiben. Es ist eine subjektive Meinung – aus der Sicht von jemandem, der mit allen Systemen arbeitet und gearbeitet hat.

Mein Einstieg in die PC-Welt begann mit MS-DOS und einem 286er-Intel-PC von Siemens Nixdorf, dazu ein Hercules-12"-Monochrommonitor. Davor war ich Besitzer eines Amiga 500 und zuvor nutzte ich auch einen C64, den ich allerdings nicht mein Eigen nennen konnte. Mein erster selbst gekaufter Computer war übrigens ein Intel Pentium 60 mit reichlich Zubehör, das ich an dieser Stelle nicht auflisten möchte. Sowohl die Rechnung als auch ein Foto davon habe ich heute noch.

Meine ersten Berührungen mit Windows hatte ich irgendwo bei Windows 3.x. Meine ersten Erfahrungen mit Linux sammelte ich 1997 und mein erstes MacBook besaß ich 2010. Beruflich habe ich bis heute mit Windows zu tun, mit Linux seit etwa 2009 und mit macOS von 2010 bis ungefähr 2017.

Zu Windows kann ich grob sagen: Es hatte immer seine Höhen und Tiefen, aber in den letzten Jahren geht es nur noch bergab. Linux ist mit den Jahren immer besser geworden. Was hier fehlt, ist die Unterstützung seitens der Softwarehersteller, damit auch alle Applikationen darauf laufen – in meinem Fall vor allem Adobe. macOS platziert sich dazwischen, genießt die Vorteile, dass sowohl Hardware als auch Software aus einer Hand kommen, und glänzt mit einem Ökosystem, das der Konkurrenz klar fehlt.

Windows ist weit verbreitet und so gut wie jeder, der in der modernen Welt lebt, ist damit in Berührung gekommen und kennt sich zumindest ausreichend aus, um es bedienen zu können. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass es in Unternehmen zum Einsatz kommt und das am weitesten verbreitete Desktop-Betriebssystem ist. Der Vorteil von Windows ist, dass es auf einer breiten Masse an Geräten läuft, eine umfangreiche Treiberunterstützung bietet (wenn auch nicht umfangreich genug) und nahezu jede gängige Software darauf funktioniert. Auch beim Gaming hat Windows klar die Nase vorn, weil es die Plattform ist, die am meisten unterstützt wird.

Linux ist vor allem bei Servern beliebt. Weltweit laufen fast alle Webserver mit Linux als Kernel, wobei verschiedene Distributionen zum Einsatz kommen. Eine Distribution ist eine Zusammenstellung des Linux-Kernels mit weiterer Software wie Anwendungsprogrammen, System-Tools, Installationssystem und Benutzeroberfläche. Bekannte Distributionen sind z. B. Debian, Ubuntu, Red Hat, SuSE u. v. m. Der Einsatz von Linux reicht von der Mikrowelle über Autos, Fernseher und Smartphones (Android) bis hin zu Computern und Fertigungsanlagen in der Industrie. Und immer wieder fliegt Linux auch in den Weltraum, um Wissenschaftlern bei der Erforschung desselben zu helfen.

Am Desktop ist Linux mit etwa 4 % Marktanteil vertreten, was nicht besonders viel ist. Das liegt – wie bereits eingangs erwähnt – vor allem daran, dass Softwarehersteller dem Betriebssystem zu wenig Aufmerksamkeit schenken und daher zu wenig Unterstützung bieten. Dabei ist es in vielerlei Hinsicht einfacher zu bedienen und zu verwalten als Windows und verbraucht deutlich weniger Ressourcen. Ich habe in den letzten Jahren keinen Drucker oder Scanner mehr installieren müssen – sie liefen alle out of the box. Eigentlich habe ich unter Linux schon lange keine Treiber mehr installiert. Die letzten waren die Open-Source-Treiber für mein damaliges Razer-Laptop.

macOS war für mich 2010 etwas völlig Neues. Ich kannte die Geräte und fand vor allem die alten „Plastikbomber“ interessant, die es in Schwarz und Weiß gab, die allerdings immer wieder mit Gehäusedefekten zu kämpfen hatten. Ich denke, das ist mitunter der Grund, warum Apple zu den Unibody-Gehäusen aus Aluminium wechselte.

Mein MacBook Pro 13", das ich damals beruflich verwendete, war mit einem Intel-Prozessor ausgestattet. Privat hatte ich später auch ein 15"-MacBook-Pro mit Intel i7, das ich allerdings nur kurz nutzte, weil es damals keinerlei Vorteile gegenüber Windows bot. Zu dieser Zeit verwendete ich primär eine Workstation, die deutlich leistungsfähiger und gleichzeitig günstiger war.

Ende 2025 entschloss ich mich dazu, es mit einem Mac Mini M4 zu probieren. Aus dem „Probieren“ wurde ein Dauereinsatz bis Anfang April 2026, weshalb ich mich schließlich dazu entschloss, zusätzlich ein MacBook zu kaufen. Mittlerweile verwende ich primär mein MacBook Pro mit M5-Pro-Chip und greife meine anderen Systeme kaum noch an. Meine Workstation läuft weiterhin unter Windows, auf der ich genau drei Spiele spiele: Counter-Strike 2, Diablo und Minecraft mit meinem kleinen Sohn.

Git, Cloud-Dienste, Datenbanken usw. laufen in VMs auf meinen kleinen „Servern“ im lokalen Netzwerk unter Linux. Ich habe mir ein MacBook mit mehr Arbeitsspeicher geholt, um darauf ebenfalls VMs laufen zu lassen. Damit auch die Emulation für x86_64-Prozessoren funktioniert und ich Snapshots nutzen kann, habe ich mir Parallels gekauft.

Generell bin ich bereits vor Jahren auf Programme umgestiegen, die es für alle drei Betriebssysteme gibt – mit einer Ausnahme: Adobe Creative Cloud. Ich habe es zwar auch schon mit Alternativen probiert, allerdings sind das entweder ebenfalls Programme, die nur unter Windows und macOS funktionieren, oder freie Programme wie GIMP und Darktable, die mir persönlich nicht liegen.

Auf MS Office habe ich mit dem MacBook mittlerweile komplett verzichtet. Auf dem Mac Mini kam es noch zum Einsatz. Für meine Notizen verwende ich schon länger Markdown und nutze dafür entweder einen Editor im Terminal (Bash, Shell, zsh etc.) oder Programme wie Obsidian und Typora. Für Dokumente, die ich auch drucken möchte, nutze ich LaTeX mit TeXstudio. Hinsichtlich eines Editors fürs Coden habe ich mich noch nicht endgültig festgelegt. Aktuell verwende ich Visual Studio Code (VSC). Da das Programm allerdings ebenfalls von Microsoft stammt, bin ich davon nicht gerade begeistert.

Was macht Apple besser als andere – und was schlechter?
Ich würde sagen, es sind einige wesentliche Punkte. Die Hardware ist hervorragend verarbeitet. Alternativen wären beispielsweise Geräte von Razer, die ähnlich hochwertig verarbeitet sind. Das Problem ist für mich allerdings: Das MacBook ist leise. Man hört praktisch nie einen Lüfter, solange man das Gerät nicht über längere Zeit stark belastet. 
Mein Razer-Laptop war bereits hörbar, wenn lediglich Windows oder Linux lief – unter Windows sogar noch lauter. Sobald man etwas leicht Anspruchsvolleres machte, beispielsweise YouTube schaute, begann bereits das Lüfterkonzert. Beim Gaming war das Gerät so laut, dass man es sogar im Nebenzimmer noch hörte. Letztlich verkaufte ich es, weil mir die Lüfter schlicht auf die Nerven gingen.

Danach kaufte ich zuerst ein Tuxedo- und später ein XMG-Gerät. Diese waren zwar leiser – hatten allerdings auch keine dedizierte Grafikkarte –, aber dennoch hörbar. Von der Akkulaufzeit ganz zu schweigen.

Das Speichermanagement funktioniert besser als unter Windows und meiner Meinung nach auch besser als unter Linux. Der Trick ist letztlich das Auslagern von Daten aus dem RAM. macOS macht das allerdings so geschickt, dass der Benutzer davon im Normalfall nichts bemerkt. Wer VMs verwendet, verbraucht natürlich trotzdem realen Arbeitsspeicher.

Auch wenn man mit 8 GB RAM unter macOS vermutlich alles erledigen kann, was der durchschnittliche Nutzer benötigt, würde ich heute nichts mehr unter 16 GB RAM kaufen – eher ab 24 GB aufwärts.

Der Vorteil des gemeinsamen Speichers („Unified Memory“) liegt darin, dass sich auch große KI-Modelle direkt in den Speicher laden lassen. Bei einem System mit 24 GB RAM kann ich problemlos Modelle mit 15 GB oder mehr laden, während meine Grafikkarte im PC mit ihren 8 GB VRAM bereits an ihre Grenzen stößt. Beim MacBook mit 48 GB RAM sind somit selbst Modelle mit 40 GB kein Problem. Da kommt selbst eine RTX 5090 an ihre Grenzen.

Natürlich ist eine dedizierte Grafikkarte bei KI-Anwendungen schneller als die GPU eines MacBooks. Allerdings arbeitet das MacBook deutlich sparsamer, leiser und kompakter. In Sachen Effizienz hat Apple daher klar die Nase vorn – was natürlich den M-Prozessoren auf ARM-Basis zu verdanken ist.

Irgendwann kommt dann auch das Thema Ökosystem ins Spiel – also das Zusammenspiel zwischen MacBook, iPhone, Apple Watch, AirPods usw. Alles arbeitet nahtlos zusammen und verbessert dadurch das Nutzererlebnis.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Linux grundsätzlich das bessere System ist, weil es flexibler ist. Aber macOS lässt einem dennoch viel Freiraum für individuelle Einstellungen. Wer bereit ist, sich Tastenkombinationen zu merken, kann damit wirklich effizient arbeiten.

Es ist allerdings auch nicht alles Gold, was glänzt. Der Finder (Dateimanager) ist aus meiner Sicht bei weitem nicht so gut wie die Alternativen unter Windows oder Linux. Er wirkt komplizierter in der Handhabung. Während man unter Linux und Windows Dateien einfach per Kontextmenü ausschneiden kann, gibt es unter macOS lediglich „Kopieren“ und „Einfügen“. Das Ausschneiden wird hier über „Kopieren“ und anschließend mittels der Tastenkombination Option + Command + V umgesetzt.

Was ich beispielsweise an GNOME unter Linux schätze: Befindet man sich in einem Verzeichnis des Dateimanagers, kann man per Kontextmenü „Open in Terminal“ auswählen, woraufhin sich das Terminal direkt im aktuellen Ordner öffnet. Ein solches Feature fehlt unter macOS leider ebenfalls.

Auch bei den Symbolen auf der Tastatur wurde meiner Meinung nach nicht mitgedacht. Backslash, Tilde, Pipe usw. erfordern Tastenkombinationen, die auf der deutschen Tastatur nicht einmal aufgedruckt sind. Ich habe mir bis heute nicht alle gemerkt, weil ich sie nicht ständig brauche – aber damit kann ich leben. Nebenbei verwende ich ohnehin meist sowohl das deutsche als auch das englische Tastaturlayout. Auf dem MacBook habe ich mich allerdings für das deutsche Layout entschieden.

Noch bin ich nicht vollständig im Apple-Ökosystem angekommen. Neben dem MacBook und den AirPods Pro fehlt mir aktuell noch das passende Smartphone, um Funktionen wie den Hotspot direkt über macOS zu aktivieren oder den automatischen Wechsel der Kopfhörer zwischen iPhone und MacBook nutzen zu können. Auch eine Apple Watch steht zur Überlegung, da ich mit meiner Garmin-Smartwatch nicht sonderlich zufrieden bin. In den ersten Jahren hatte ich ständig Probleme mit der Verbindung zwischen Uhr und Android-Smartphone. Ich musste die Uhr mehrfach neu koppeln – teilweise mehrmals täglich.

Alles in allem bin ich mit dem Umstieg zufrieden. Dass es überhaupt so weit gekommen ist, hat mehrere Gründe. Zum einen ist Windows in den letzten Jahren qualitativ immer schlechter geworden. Auch wenn mich die Werbung nicht direkt betroffen hat, gingen mir die zahlreichen vorinstallierten Programme auf die Nerven, die teilweise immer wieder nachinstalliert wurden – OneDrive beispielsweise.

Hinzu kam die Instabilität des Systems, sobald man – wie ich – verschiedenste Programme für Gaming, Bildbearbeitung, Entwicklung und Virtualisierung installiert hatte. Das ließ sich meist nur verhindern, indem ich auf bestimmte Anwendungen verzichtete.

Linux funktioniert an sich stabil und problemlos, kann bei der Bildbearbeitung allerdings nicht mithalten. Darüber hinaus fehlt es vielen Linux-Laptops an GPU-Leistung. Entscheidet man sich hingegen für ein Gerät mit dedizierter GPU, hat man meist wieder mit Lautstärke und Hitzeentwicklung zu kämpfen. Apple schließt mit macOS für mich genau diese Lücke.

Da die Preise für RAM und SSDs derzeit ohnehin extrem hoch sind, fällt der Preis eines Apple-Geräts nicht mehr ganz so schmerzhaft aus. Ich rechne das auf die Jahre herunter, die ich ein MacBook voraussichtlich nutzen werde. Und da viele Besitzer eines M1-Geräts selbst heute noch mit der Leistung zufrieden sind oder erst jetzt über einen Wechsel nachdenken, bin ich zuversichtlich, dass mein Gerät problemlos vier bis fünf Jahre ausreichen wird.

Was die Zukunft bringt, ist für mich aktuell noch nicht absehbar. Es gibt zu viele Faktoren, die eine Rolle spielen – KI, EU, USA usw. Eines ist für mich allerdings sicher: Microsoft meide ich mittlerweile so gut es geht. Ich habe weder Vertrauen in die Produkte noch in das Unternehmen selbst.

Um noch einen kleinen Vergleichstest hinsichtlich der Geschwindigkeit zu liefern: Ich verwende hierfür gerne die „Entrauschen“-Funktion von Adobe Lightroom. Getestet wurde mit Fotos der Fuji X-E5, X-T5 oder X-H2 mit jeweils 40 MP. Beim Test auf einem MacBook Air M1 kam hingegen ein 24-MP-Foto zum Einsatz (weniger MP bedeutet schnellere Abarbeitung), das ein Kollege aufgenommen hatte.

Natürlich ist das kein umfassender Praxistest, aber zumindest ein realistisches Szenario, das bei mir regelmäßig vorkommt. Dass die M-Chips von Apple sehr gut für KI-Anwendungen geeignet sind, steht außer Frage. Beim Entrauschen kommt übrigens ebenfalls KI zum Einsatz.

  • MacBook Air M1 mit 24-MP-Foto: ca. 60 Sekunden
  • XMG Evo 14 mit 40-MP-Foto: 62–64 Sekunden
  • Workstation (AMD Ryzen 9 5950X mit GeForce RTX 3090 8 GB): ca. 12 Sekunden
  • Mac Mini M4 mit 40-MP-Foto: ca. 45 Sekunden
  • MacBook Pro M5 Pro (kleinerer Pro-Chip): ca. 17 Sekunden

An dieser Stelle muss man allerdings erwähnen, dass die ersten drei Geräte vor einem Update von macOS bzw. Adobe getestet wurden. Der Mac Mini M4 benötigte anfangs etwa 40 Sekunden, nach einem Update jedoch 45 Sekunden. Daher kann ich nicht sagen, ob das MacBook Air unter denselben Bedingungen möglicherweise ebenfalls schneller gewesen wäre.

Ich gehe davon aus, dass ein Gaming-Laptop mit RTX 5090 – was ungefähr einer Desktop-RTX-4090 entspricht – schneller ist als das MacBook Pro mit M5 Pro. Allerdings wäre ein solches Gerät deutlich lauter, schwerer und hätte eine wesentlich schlechtere Akkulaufzeit. Vom Display und anderen Features ganz zu schweigen.

Ich entrausche schließlich nicht rund um die Uhr Fotos. Für meinen Anwendungsfall ist das MacBook daher die eindeutig bessere Alternative.

Aktuell ist das für mich die beste Lösung. Ohne Bildbearbeitung und Fotografie würde ich vermutlich weiterhin Linux nutzen – auf einem Gerät, bei dem sich SSD und RAM austauschen lassen, eventuell sogar modular wie bei Framework-Geräten. Das allerdings nur bei normalen Preisen. Unter den aktuellen Marktbedingungen würde ich vermutlich trotzdem wieder zu einem MacBook Air mit M5-Chip greifen.

Windows verwende ich derzeit noch hauptsächlich fürs Gaming, obwohl das im Grunde eine Verschwendung ist, da man dafür weder eine 16-Core-/32-Thread-CPU noch 128 GB RAM benötigt. Diablo und Minecraft könnte ich alternativ auch unter macOS oder Linux spielen – per Emulator und GeForce Now.

Bei Counter-Strike sieht die Sache allerdings anders aus. Zwar funktioniert GeForce Now grundsätzlich, allerdings hat man bei einem FPS-Spiel durch die zusätzliche Latenz einen erheblichen Nachteil. Entweder spiele ich in Zukunft kein Counter-Strike mehr oder der PC wird irgendwann durch einen neueren Gaming-PC ersetzt. Das wird allerdings erst passieren, wenn die Preise wieder fallen oder ein günstigerer PC deutlich mehr FPS liefert als mein aktueller.